Querflöte

Die Querflöte war in China bereits ca. 900 vor Christi bekannt. Der griechische Geschichtsschreiber Herodor beschrieb 500 v. Chr. das Flötenspiel der Tempelmusiker. Durch Knochenfunde uralter Flöteninstrumente wurde nachgewiesen, dass die Flöte das vermutlich älteste Musikinstrument ist.
In der Renaissance - Zeit wurde die Querflöte aus Holz gebaut. Sie hatte noch keine Klappen. Nachbauten dieser Flöten findet man bei der Firma Meck.
Dem ältesten Bildbeleg der Querflöte begegnet man im "Hortus deliciarium" der Äbtissin Herrad von Landsberg aus dem 12. Jahrhundert. Im Staatlichen Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz in Berlin findet man noch alte Flöten aus dem 16. - 19. Jahrhundert. Flöten von : Hottetterre - Quantz - Friedrich dem Großen u.a. Theobald Böhm verbesserte 1832 die Traversflöte durch ein Klappensystem. 1847 ersetzte er die bisher konische Bohrung durch eine zylindrische. Bis heute wird dieses Böhmsystem beim Querflötenbau verwendet.
Einfache Flöten bestehen aus Neusilber : Kupfer, Nickel, Zink. Diese Legierung sieht aus wie Silber. Andere gebräuchliche Materialien sind heute : Silber, vergoldetes Silber, Gold, Platin, Palladium.
Die Flötenfamilie
Die "normale" Querflöte zählt zu den Sopraninstrumenten. Ein weiteres Instrument aus der Familie der Böhmflöten ist das Piccolo. Sie ist in der Regel eine Oktave höher als die Große Flöte ebenfalls in C gestimmt. Seltener kommt auch eine Piccoloflöte mit Des-Stimmung vor. Eine Rarität stellt das Piccoletto in Es dar. Es ist nochmals ca. 2,5 cm kürzer als das Piccolo.
Ein weiterer seltener Vertreter der Familie ist das Flautino in G. Längen mäßig liegt dieses Instrument zwischen Großer Flöte und Piccolo. Das Instrument wird in den letzten Jahren als Anfängerflöte für kleinere Kinder wieder verbreiteter.


Die Flûte dAmour oder Tenorflöte (wahlweise in A oder B) blickt auf eine Tradition beginnend im 18. Jahrhundert zurück.
Wieder etwas geläufiger ist die Altflöte in G. Aufgrund der nicht ganz durchgängigen Bezeichnung ist sie länger und tiefer gestimmt als die Tenorflöte.
Symmetrisch zum Piccolo liegt die Bassflöte in ihrer Stimmung genau eine Oktave unter der Großen Flöte. Eingesetzt wird dieses Instrument vor allem im Flötenensemble und im Jazz.
Im Verlauf der vergangenen 10 bis 15 Jahre kamen zu den oben genannten Vertretern der Querflöten noch die Großbassflöte (eine Oktave unter der Altflöte), die Kontrabassflöte (eine Oktave unter der Bassflöte) und die Subkontrabassflöte (zwei Oktaven unter der Altflöte) hinzu.
Tonbildung bei der Flöte
Bei der Flöte wird der Ton durch das Schwingen der im Instrument befindlichen Luftsäule erzeugt. Die Luftteilchen im Flötenrohr werden durch die über die Schneide des Mundlochs geblasene Luft in Bewegung versetzt. Diese Bewegung pflanzt sich durch das ganze Rohr bis zum offenen Ende am Fuß fort, wo sie reflektiert wird. Durch die Reflektion bildet sich im Rohr eine stehende Schallwelle aus, die sich durch Druckschwankungen innerhalb des Rohres bemerkbar macht.
Aufbau der Querflöte
Die heute eingesetzte so genannte Böhmflöte besteht aus drei Teilen: dem Kopfteil, dem Mittelteil und dem Fußteil. Alle Klappen befinden sich auf dem Mittel- und Fußteil. Die Systeme beider Teile sind dabei (im Gegensatz beispielsweise zur Klarinette) unabhängig voneinander.
Eine weitere Unterscheidung der Flöten untereinander ergibt sich aus der Anlage der Klappen. Zunächst werden hier geschlossene und Ringklappen unterschieden. Bei letzteren schließen die Finger Löcher in den Klappen. Auf diese Weise wird eine saubere Handhaltung vom Anfänger abverlangt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für Querflöten ist die Anordnung der Klappen. Man unterscheidet so genannte Off- und Onlineflöten. Die Offlineflöte hat die Klappe für das G auf einer vorgezogenen Achse angebracht, so dass sie leichter erreicht werden kann.
Alles in allem besteht das Instrument aus mehr als 150 Einzelteilen (Schrauben, Federn, Achsen, Ringe, Polster usw.)
Jede Flöte verfügt über 16 Tonlöcher, auf die jeweils ein so genannter Kamin aufgesetzt ist. Die Längen sind 22 cm (Kopf), 35,5 cm (Mittelstück) und 13 cm (Fuß). Der Durchmesser beträgt 19 mm, wobei sich der Kopf parabolisch auf 17 mm verjüngt.
Für eine Silberflöte ergibt sich ein Gewicht von ca. 400 Gramm.
Ausbildung
Dem Querflöten - Unterricht geht in der Regel die Musikalische Früherziehung voraus (4 - 6 Jährige) Danach ist das Erlernen der Blockflöte oder der Besuch einer Singklasse (Musikalische Grundausbildung ) sinnvoll.
Ab etwa dem 8. Lebensjahr kann mit dem Querflöten - Unterricht begonnen werden (gebogenes Mundstück). Mit einer Kinderquerflöte kann man auch schon früher beginnen. Die Ausbildung dauert in der Regel mindestens 6 - 12 Jahre.
Anwendung der Querflöte
Zusammen mit dem Piccolo (kleine Flöte) stellt sie die höchste Tonlage des Blasorchesters und ist aus der heutigen Besetzung nicht mehr wegzudenken. Oft wird die Querflöte als Dameninstrument dargestellt, was sich aber nicht nur durch die häufige männliche Besetzung bei Berufsorchestern als Gerücht widerlegt.
Die Querflöte kann in folgenden Bläsergruppen eingesetzt werden:
Blasorchester, Sinfonieorchester, Kammerorchester, Volksmusik, Spielmannszug, Jazz - Combo u.v.a.

Quellen: Data Becker, Das große Lexikon 2000, Düsseldorf 1999 Meyers Taschenlexikon Musik